
Warum eigentlich Pilzakademie und nicht Pilzschule?
Im deutschsprachigen Raum gibt es empfehlenswerte Angebote von Pilzschulen. Das Hauptaugenmerk liegt oft auf der Vermittlung von Artenkenntnis von Wildpilzen. Mit der Akademie möchte ich einen anderen Schwerpunkt setzen. Sie vermittelt nicht nur Wissen, sondern verbindet Disziplinen und fördert kritisches Denken. Sie lädt dazu ein gemeinsam zu Lernen, viele Fragen zu stellen und neue Perspektiven zu entdecken. Neben Pilzbestimmung beschäftigen wir uns unter anderem mit Bodenökologie, Kartierung, Fungal Conservation, Citicen Science, nachhaltige Rohstoffe, Fermentation, Biotechnologie, Zukunftstechnologien, Ernährungssicherheit, Klimawandel und die gesellschaftliche Bedeutung der Mykologie. Mein besonderes Anliegen ist es, Pilze als unverzichtbaren Teil unserer Umwelt sichtbarer zu machen und aufzuzeigen wie weitreichend ihr Wirken ist.
Mein Weg zur Pilzakademie
Meine berufliche Reise begann ohne Abitur, durch den zweiten Bildungsweg mit der Sozialen Arbeit. Schon während meines Studiums in Leipzig, war ich selbstständig tätig als Dozentin und Beraterin von selbstorganisierten Vereinen. Aber meine eigentlich Ausbildung brachte das Leben selbst. Als Autodidaktin erforschte ich alternative Lebenskonzepte in Gemeinschaften und suchte nach kreativen Lösungen für eine nachhaltige und gesunde Gesellschaft. Besonders die Themen Natur- und Umweltschutz durch gemeinschaftliche Initiativen interessierte mich. Später studierte ich im Master Soziale Arbeit und im Master Coaching, Organisationsberatung und Supervision an der Universität Kassel. Viele Jahre begleitete ich als Beraterin in Freiberuflichkeit Vereine der Wohlfahrt die aus Ehrenamt entstanden waren und große Geschäftsfelder entwickelten.
Die Zeit nach Corona schenkte mir mir eine verordnete Verschnaufpause und ermöglichte mir eine Neuorientierung. Eine Zeit lang verfolgte ich nur die Themen, die mich wirklich interessierten. Also verbrachte ich mehr Zeit mit meinen Kindern, ich musizierte und tanzte und ich ging endlich wieder mehr in den Wald und auf die Wiese. Ich genoss Zeit in der Bibliothek und besorgte mir ein Mikroskop. Und das blieb einfach so.
Meine Mutter hat mir die Verwendung von Heilpflanzen und das Sammeln von Wildfrüchten in die Wiege gelegt. Ich bin schon immer gerne draußen. Jahreszeiten und die Rhythmen der Natur geben mir ein inneres Zuhause. Und Pilze, diese ulkigen, vielseitigen, komplexen, spannenden und respekteinflößenden Geschöpfe erfüllen mich schlichtweg mit tiefer Freude und bereichern meinen Geist.
Heute verbinde ich meine Erfahrungen aus der Organisationsentwicklung, Erwachsenenbildung und dem Wissen der Mykologie. Inzwischen bin ich Pilzsachverständige, Feldmykologin, Pilzcoachausbilderin und angehende mykologische Fachberaterin der Deutschen Gesellschaft für Mykologie (DGfM). Ich engagiere mich ehrenamtlich in verschiedenen Fachgruppen, wie der Arbeitsgemeinschaft sächsischer Mykologen (AGsM) und der Fachgruppe Mykologie Leipzig.
Mein Ziel ist es Pilze aus allen möglichen Perspektiven in den Blick zu rücken und Menschen dafür zu begeistern. Besonders gut gelingt mir wissenschaftliche Erkenntnisse gründlich aufzuarbeiten, verständlich darzustellen und mit anderen gemeinsam praktisch anzuwenden. Dafür entwerfe ich Exkursionen, Seminare, Citizen Science Projekte, digitale Lernangebote und schreibe einen Blog. Das Thema Nachwuchsförderung ist das Herzstück meiner Akademie. Junge Menschen unter 24 Jahren haben die Möglichkeit bei mir Veranstaltungen kostenlos zu besuchen.

Ria Kesselring
mykologische Expertin & Sozialwissenschaftlerin

