Über

Mykologie verstehen, Zukunft mitgestalten

Mykologie.info verbindet fundiertes Wissen über Pilze mit verschiedenen wissenschaftlichen und gesellschaftlichen Perspektiven. Die Bildungsarbeit orientiert sich an den Grundsätzen der Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE): Zusammenhänge verstehen, kritisch denken, unterschiedliche Perspektiven einbeziehen und selbst ins Handeln und Forschen kommen.

Neben der Pilzbestimmung beschäftigen wir uns unter anderem mit Ökologie, Kartierung, Pilzschutz, Citizen Science, nachhaltigen Rohstoffen, Fermentation, Kompostierung, Biotechnologie, Ernährungssicherheit, Naturschutz, Klimawandel und der weitreichenden gesellschaftlichen Bedeutung der Mykologie.

In der Mykologie fehlen vielerorts kontinuierliche Lernwege, über die Interessierte ihre Kenntnisse schrittweise vertiefen und sich langfristig einbringen können. Dabei braucht es gut ausgebildete Menschen, die Pilze erfassen, Wissen weitergeben, Forschung unterstützen und sich für ihren Schutz einsetzen. Diesen Bedarf möchte mykologie.info beantworten und gemeinsame Formate gestalten.

Ria Kesselring: Mein ganz persönlicher Weg

Meine berufliche Reise begann ohne Abitur, durch den zweiten Bildungsweg mit Sozialer Arbeit. Schon während meines Studiums in Leipzig, war ich selbstständig tätig als Dozentin und Beraterin von selbstorganisierten Vereinen. Aber meine eigentliche Ausbildung brachte das Leben selbst. Als Autodidaktin erforschte ich alternative Lebenskonzepte in Gemeinschaften und suchte nach kreativen Lösungen für eine nachhaltige und gesunde Gesellschaft. Besonders die Themen Natur- und Umweltschutz durch gemeinschaftliche Initiativen interessierten mich. Später studierte ich im Master Soziale Arbeit und im Master Coaching, Organisationsberatung und Supervision an der Universität Kassel. Viele Jahre begleitete ich als freiberufliche Beraterin Vereine der Wohlfahrt die aus Ehrenamt entstanden waren und große Geschäftsfelder entwickelten.

Die Zeit nach Corona schenkte mir eine verordnete Verschnaufpause und ermöglichte mir eine Neuorientierung. Eine Zeit lang verfolgte ich nur die Themen, die mich wirklich interessierten. Also verbrachte ich mehr Zeit mit meinen Kindern, musizierte, tanzte und ging endlich wieder mehr in den Wald und auf die Wiese. Ich genoss Zeit in der Bibliothek und besorgte mir ein Mikroskop. Und das blieb bis heute so.

Meine Mutter hat mir die Verwendung von Heilpflanzen und das Sammeln von Wildfrüchten in die Wiege gelegt. Ich bin schon immer gerne draußen. Jahreszeiten und die Rhythmen der Natur geben mir ein inneres Zuhause. Und Pilze, diese ulkigen, vielseitigen, komplexen, spannenden und respekteinflößenden Geschöpfe erfüllen mich schon lange mit tiefer Freude und sie bereichern meinen Geist.

Heute verbinde ich meine Erfahrungen aus der Organisationsentwicklung, Erwachsenenbildung und dem Wissen der Mykologie. Inzwischen bin ich Pilzsachverständige, Feldmykologin, PilzCoach-Ausbilderin und bin in Ausbildung zur univ. gepr. mykologische Fachberaterin der Deutschen Gesellschaft für Mykologie (-> zu meinem Expertinnenprofil DGfM). Ich engagiere mich ehrenamtlich in verschiedenen Fachgruppen, wie der Arbeitsgemeinschaft sächsischer Mykologen (-> AGsM) und der Fachgruppe Mykologie Leipzig (-> Naturkundemuseum Leipzig). Ganz neu verbinde ich mich mit dem Globalen Netzwerk für Pilzschutz (->GFCN).

Mein Ziel ist es Pilze aus allen möglichen Perspektiven in den Blick zu rücken und Menschen dafür zu begeistern. Besonders gut gelingt mir wissenschaftliche Erkenntnisse gründlich aufzuarbeiten, verständlich darzustellen und mit anderen gemeinsam praktisch anzuwenden. Dafür entwerfe ich Exkursionen, Seminare, Citizen Science Projekte, digitale Lernangebote. Ich kreiere gemeinsame Räume und Inkubatoren für die Mykolog:innen von morgen. Das Thema Nachwuchsförderung ist das Herzstück meiner Arbeit.

Ria Kesselring

Mykologin & Sozialwissenschaftlerin